WVR-Projekte an der ASR-Bruchsal

Vom Steinbruch zur Skulptur
WVR-Projekt 2003/2004 der Klasse 8c (Renate Drissler)

BNN-Bericht 22.Mai 2003
 
Bruchsal (rom). Im Januar wurde das Projekt „Vom Steinbruch zur Skulptur“ der Klasse 8c der Albert-Schweitzer-Realschule Bruchsal der Öffentlichkeit vorgestellt. Inzwischen hat dieses ehrgeizige Klassenprojekt eine gleichsam europäische Dimension erreicht. Zum 40-jährigen Bestehen der Realschule wollte die Klasse mit ihrer Lehrerin Renate Drissler den „Namenspatron“ der Schule besonders in den Mittelpunkt rücken. Albert Schweitzer, im Elsass geboren, war eine menschlich und wissenschaftlich außergewöhnliche Persönlichkeit, deren universelle Kompetenz als Arzt und „Urwalddoktor“, Theologe und Pfarrer, Organist und Musikwissenschaftler die Schüler derart faszinierte, dass man für den Eingang der Schule einen Gedenkstein anfertigen wollte.
Ähnlich dem spartenübergreifenden Lebenswerk Schweitzers galt es für die Schüler, dieses Projekt mit all seinen Facetten von Grund auf in die Tat umzusetzen. Neben der künstlerischen Konzeption der geplanten Skulptur waren vor allem wirtschaftliche Hürden zu nehmen. Mit unternehmerischem Geist gelang es den Schülern, Bürgermeister Ulli Hockenberger als Schirmherr für dieses Projekt zu gewinnen und dank wohlwollender Sponsoren den finanziellen Grundstock für das Vorhaben zu legen. Neben rechtlichen Fragestellungen und verwaltungstechnischen Angelegenheiten arbeiteten die Schüler das ganze Schuljahr an einer umfassenden Beschreibung und Präsentation des Projektes und erwarben hierdurch Kompetenzen, die selbst über einen innerschulischen fächerübergreifenden Unterricht weit hinausreichen.
Im Gespräch mit Renate Drissler spürt man ihr pädagogisches Engagement und ihren lebendigen Einsatz für die ihr anvertrauten Schüler. Sie möchte mit diesem Projekt den Schülern nicht nur etwas für ihr Leben mitgeben, sondern gleichzeitig auch einen Beitrag zur immer wichtiger werdenden Gewaltprävention an Schulen leisten, indem sich die Schüler bei der künstlerischen Bearbeitung des Steines körperlich einsetzen müssen und dadurch Energien sinnvoll kanalisieren können.
Dass die Klasse inzwischen professionelle Maßstäbe anlegt, zeigt die Tatsache, dass man für die praktische Umsetzung der entworfenen Tonmodelle über das Leben Albert Schweitzers mit Thomas Brunner aus Spöck einen ausgewiesenen Bildhauer hinzugezogen hat, der es mit seinem freundlichen Wesen in besonderem Maß versteht, die Schüler zu kreativem Denken und Handeln anzuleiten und darüber hinaus auch zu motivieren.
Mit einer gemeinsamen Fahrt zum Steinbruch nach Rothbach in den Vogesen erlebte die Klasse 8c einen ersten Höhepunkt in ihrer Projektarbeit: der Sandsteinrohling wurde ausgewählt und gekauft. Nachdem die Geologie und Abbautechnik im Steinbruch erkundet und für die Präsentation dokumentiert waren, entschieden sich die Schüler für ein Prachtexemplar roten Sandsteins. Mit der Visite in Frankreich begaben sich die Schüler nicht nur auf die Spuren Albert Schweitzers, sondern banden europäische Aspekte der Landeskunde und politischen Globalisierung in ihr Projekt mit ein. Im Zuge der nun folgenden bildhauerischen Bearbeitung des Steines und schließlich der öffentlichen Präsentation in der Schule möchte die Klasse noch Kontakt mit den Europaabgeordneten der Region aufnehmen und so ihr Projekt, ihren europäischen „Schulpatron“ und letztlich das Schuljubiläum in einen größeren Kontext stellen.

 
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